Fallout Fallout
 
 
Peter Weibel

-> Biographie

Werke in der Ausstellung:

Peter Weibel
Zur Rechtfertigung der hypothetischen Natur der Kunst und der Nicht-Identität in der Objektwelt
1992
Interaktive Computerinstallation
Rekonstruktion 2004: David Link, Bob O´Kane
Peter Weibel

»Zur Rechtfertigung der hypothetischen Natur der Kunst und der Nicht-Identität in der Objektwelt« ist eine interaktive Computerinstallation, welche die Illusion belebter Bildwelten wiedergibt. Die Schnittstelle zwischen der realen Welt des Betrachters und der simulierten Welt ist eine in den Boden eingelassene Kontaktmatte. Es gibt 32 Sensoren, aufgeteilt in eine primäre Reihe von vier Sensoren, welche die Wahl einer von 4 virtuellen Welten ermöglichen. Ist einmal eine virtuelle Welt ausgewählt, gibt es 28 Sensoren zur Darstellungsänderung und spezifischen Manipulationen in der jeweiligen Welt. Ursprünglich mit vier Welten realisiert (Welt der Buchstaben, Welt der Objekte, Architekturwelt, Welt der Gaswolken), konnten für die »Algorithmische Revolution« zwei Welten, die Text-Welt und die Architektur-Welt, restauriert werden.
In der Text-Welt sind den Sensorflächen Buchstaben zugeordnet, die, nach Anregung durch den Betrachter, im Raum verschiedene Wortskulpturen bilden. Weitere Sensortasten ermöglichen freie Übersetzungen der Buchstaben entlang der drei Raumachsen, freie Größenskalierungen und Rotationen um die Raumwinkel, und Spezialfunktionen wie »draw over«, »memory«, »outline«, »Punktdarstellung«. Zum einen sieht sich der Betrachter einer dynamischen Bildwelt gegenüber, in der er Anfangsbedingungen interaktiv ändern kann, aus denen sich dann skulpturale Wortstrukturen entwickeln. Zum anderen erlaubt die Welt direkte geometrische Operationen ihrer Module.
Die Architektur-Welt überträgt den virtuellen Referenzraum direkt. Die fünf Seitenflächen sind durch vorgegebene Algorithmen in Dutzende einfache Kastenelemente mit quadratischem Grundriss unterteilt, welche die Seitenflächen regelmäßig oder zufallgesteuert mit verschiedenen Geschwindigkeiten deformieren. Der Raum richtet sich selbst ein, die vielen Variationen transformieren den dynamischen Raum ständig zum Abbild seiner selbst.
Peter Weibel







Peter Weibel
Zur Rechtfertigung der hypothetischen Natur der Kunst und der Nicht-Identität in der Objektwelt, 1992
(Fotos: Franz Wamhof)